Hoop-Rekord und Regu-Bronze beim Kings Cup

Zum 30. Mal fand vom 4. bis 10. Mai 2015 die Sepaktakraw-Weltmeisterschaft zu Ehren des Thailändischen Königs statt. Seit 2002 ist Deutschland regelmäßig zu Gast bei dieser prestigeträchtigen Veranstaltung und auch in diesem Jahr schickte der DTSV eine illustre Delegation nach Asien: Die Altmeister Thomas Kaiser und Gunnar Vogt von Takraw Cologne, Joschka Sebrantke aus Kiel (zum dritten Mal dabei) und seine Vereinskollegen Simon Voss und Hendrik Simon, die in Bangkok ihre WM-Premiere feierten.

Vorbereitung

Um sich in dieser ganz neuen Konstellation einzuspielen, trafen sich die fünf Spieler eine Woche vor Turnierbeginn im Norden Thailands. In Vorbereitungsspielen gegen lokale Teams in Chiang Mai wurde dann an verschiedenen Aufstellungen geschliffen und wichtige Spielpraxis gewonnen.

Hoop

Als erstes stand der Hoop-Wettbewerb auf dem Programm, bei dem fünf Spieler 30 Minuten lang Zeit haben, den Ball in drei Reusen in ca. fünf Metern Höhe zu bugsieren und dabei verschiedene Schusstechniken verwenden. Diese Disziplin wird in Deutschland eher stiefmütterlich behandelt und vor allem: nicht trainiert. Dennoch gelang dem Team ein bisheriges Rekordergebniss von 21 Treffen, was 210 Punkten entspricht. Pro Spieler sind drei Treffer pro Schusstechnik erlaubt.

So setzt sich das Resultat zusammen:

Joschka Sebrantke: 3 inside kicks, 2 cross kicks und 1 Outside kick
Thomas Kaiser: 3 inside kicks, 1 knee, 1 cross kick
Gunnar Vogt: 3 inside kicks, 1 head, 1 outside kick
Hendrik Simon: 3 outside kicks
Simon Voss: 2 inside kicks

Sieger im Hoop-Wettbewerb war letztlich Thailand mit 710 Punkten.

Außenseiter beim Hoop-Wettbewerb.

Außenseiter beim Hoop-Wettbewerb.

Doppel – Division 1

Im 2 vs. 2 erwischte Deutschland eine sehr schwere Gruppe. Aufgrund guter Resultate in den vergangenen Jahren wurde man in Division 1 eingestuft. Als Gegner auf Augenhöhe wurde zumindest Chinese Taipeh zugelost. Die beiden weiteren Kontrahenten Malaysia und Singapur wären jedoch auch in der Premier Division gut aufgehoben gewesen. Im ersten Spiel traten Simon Voss und Joschka Sebrantke gegen Chinese Taipeh an und unterlagen in einem spannenden Match 15:21 und 18:21. In beiden Sätzen reichte jeweils eine unkonzentrierte Phase dafür, um auf diesem Niveau letztlich knapp unterlegen zu sein.

Gegen Singapur traten Joschka Sebrantke und Simon Voss gemeinsam an, und beiden gelang es, durch eine konzentrierte Leistung den hochfavorisierten Gegner zumindest zu ärgern und für ein knappes Ergebnis zu sorgen. 17:21 und 14:21 ging es schließlich aus.

Das letzte Double-Spiel bestritten Simon Voss und Hendrik Simon gegen Malaysia, die zuvor knapp gegen Singapur verloren hatten. 21:6, 21:4 hieß es am Ende und das Ergebnis sagt gnadenlos aus, wie gnadenlos Malaysia in diesem Spiel zu Werke ging. Den Doppel Sieg in dieser Division sicher sich Laos mit 21:19, 21:10 gegen Singapur.

Regu – Division 2

Durch die Absage von Nepal nach dem schweren Erdbeben hatte Deutschland nur Australien in der Gruppe und so wurde sich im Vorfeld auf den Modus Hin- und Rückspiel geeinigt. Im Hinspiel begannen Thomas Kaiser, Gunnar vogt und Hendrik Simon – eine Konstellation, die sich im Trainingslager bewährt hatte. Nach nervösem Beginn geriet das deutsche Regu schnell in Rückstand, Thomas musste verletzt raus und wurde durch joschka Sebrantke ersetzt. Der erste Satz war nicht mehr zu retten (16:21). Im zweiten begann Deutschland besser und spielte sich seinerseits eine konfortable Führung heraus. Mitte des zweiten Satzes kam Simon Voss für Gunnar Vogt, der Probleme mit Aufschlag und Gesundheit hatte. 21:16 hieß es dann im zweiten Satz. Im Entscheidungssatz zeigten die jungen Australier, dass sie ein eingespieltes Team sind und auch den Ausfall ihres Aufschlägers gut kompensieren konnte. Sie erlaubten sich keinen Fehler mehr und gewann 21:18.

Im Rückspiel musste also ein Sieg her. Ohne den noch verletzten Kaiser starten Hendrik, Joschka und Gunnar und ließen von Beginn an wenig Zweifel aufkommen. Der erste Satz ging souverän an die deutsche Mannschaft, die auch den zweiten Satz zunächst dominierte, beim 20:16 kurz zitterte und nach drei vergebenen Matchbällen den vierten zum 21:19 verwandelte.

Damit hieß es 3:2 in der Endabrechnung, was gleichbedeutend für die Qualifikation zur Endrunde gegen Chinese Taipeh, Bangladesh und USA war. Simon, Hendrik und Joschka wollten gegen Chinese Taipeh die Revanche für die Doppelniederlage. Doch es bot sich das gleiche Bild: Ein Match auf Augenhöhe, bei dem der Gegner einfach etwas sicherer und konstanter war. Zudem entschied sich der Schiedsrichter dazu, mehrer Fußfehler gegen Simon zu pfeifen. Einige mögen berechtigt gewesen sein, doch war während des ganzen Turniers keine klare Linie der Referees zu erkennen und gerade in diesem engen Spiel tat das richtig weh. So fiel das Ergebnis von 15.21 und 14:21 etwas zu hoch aus.

Der vermeindlich leichteste Gegner hieß Bangladesch, die sich allerdings im Vergleich zu den Jahren zuvor stark verbessert haben und durch ihre unkonventionelle Spielweise viele Teams einige Rätsel aufgab. So taten sich auch Thomas, Hendrik und Gunnar zunächst bis zum 11:11 schwer. Ein Zwischenspurt später stand es dann aber 21:12. Im zweiten Satz spielten die drei Kieler zusammen und hatten den Gegner eigentlich im Griff. Gegen Ende wurde es dann doch noch mal spannend: Ein vergebener Matchball, ein abgewehrter Satzball und dann doch das verdiente 23:21, das letztlich die Bronzemedaille sicherte.

Chancenlos ging der Kings Cup dann mit dem Spiel gegen die Thais aus den USA zu Ende. 8:21 und 6:21 war vielleicht etwas zu hoch, doch die Niederlage mehr als verdient. Volles Risiko beim Aufschlag zahlte sich nur bedingt durch einige Service-Winner aus, doch besonders in der Annahme gab es einige Probleme. Gegen so ein Team muss schon alles stimmen, doch stimmte in diesem Spiel nur sehr wenig. Thomas musste erneut gegen Hendrik ausgewechselt werden, im zweiten Satz spielte Simon für Gunnar. Die USA holte sich verdient die Goldmedaille.

Fazit Trotz aller Unwegsamkeiten mit verletzungs- und gesundheitlichbedingten Ausfällen war es ein guter Auftritt mit einigen Achtungserfolgen und vor allem mannschaftlicher Geschlossenheit. Am ersten Juni-Wochenende sehen sich die Spieler beim Dragons Cup in Elmshorn wieder, wo das Niveau Dank europäischer Konkurrenz und Gaststeams aus Malaysia zumindest ähnlich hoch werden wird und spannende Spiele verspricht. Alle Sieger im Überblick Alle Ergebnisse im Überblick