DSTV-Team in London: Solide im Regu, Überraschungen im Doppel

Zweimal Halbfinale für das DSTV-Team bei malaysischen Festspielen in London

Beim 2. London International Sepaktakraw Tournament (LIST) gingen die deutschen Spieler dieses Jahr nicht als Vereinsmannschaften an den Start, sondern bildeten mit Spielern aus Elmshorn (Amran Salleh, Simon Saborowski) und Köln (Francesco Schäfer und Gunnar Vogt) ein deutsches Nationalteam, um der starken Konkurrenz aus Malaysia Paroli bieten zu können. Gefördert vom malaysischen Hochkommissariat in der englischen Hauptstadt nahmen einige malaysischstämmige Teams aus London teil, der Großteil nahm allerdings den weiten Weg direkt aus Malaysia auf sich. 16 Regus und in etwa genauso viele Doubles waren gemeldet, gespielt wurde zwei Gewinnsätze (alle bis 21 Punkte) und mit dem in Malaysia typischen gummilosen Gajah-Emas-Ball.

Die Teams: Universiti Teknologi MARA (UiTM) – trainiert vom Ex-Nationalcoach Amir, Universiti Putra Malaysia (UPM), Chandik SC (Club Kuala Lumpur), diverse MAS Airlines Teams mit ehemaligen Nationalspielern, Takraw London, Toulouse 1 & 2, Strasburg, Basel, DSTV.

London2014_Start

Von links: Gunnar Vogt, Amran Salleh, Simon Saborowski, Francesco Schäfer.

Tag 1:

Regu
Im Regu boten sich dem DSTV-Team relativ angenehme Gegner in der Vorrunde, um sich in der ganz neuen Konstellation einzuspielen. Amran war als Feeder genauso gesetzt wie Simon als Striker, Francesco und Gunnar wechselten sich als Tekong ab. Problemlos qualifizierten sich die vier als Gruppenerster für das Viertelfinale.

Doppel Im Doppel war kein Team gesetzt, so dass sich direkt schwere Gruppen ergaben. DTSV 2 (Gunnar, Francesco) erwischte es hart in einer 3er-Gruppe. Zunächst gegen die Titelverteidiger von UiTM, wo nur der erste Satz knapp war (20:22), danach gegen die hochgehandelten Chandik SC aus Kuala Lumpur. Nach zwei knappen Sätzen war die Sensation und der überaschende Viertelfinaleinzug dann doch noch perfekt – ein völlig unerwarteter Sieg für alle Beteilgten, zumal Gunnar aufgrund einer Knieverletzung nur mit halber Kraft angreifen konnte.

Tag 2:
Regu Wohl genährt vom Gala-Dinner in der malaysischen Botschaft und die Karaoke-Künste des Hochkommissars in feinster Ballonseide noch in den Ohren, ging es am zweiten Turniertag direkt mit einem europäischen Klassiker los: Im Regu-Viertelfinale wartete das Schweizer Nationalteam (Shah, Werni und Reto), das im ersten Satz noch gut dagegen hielt (20:22), im zweiten dann aber doch mit offenen Mäulern Amrans Feeds bestaunte, Simons Beinpeitschen spürte und Francescos platzierte Aufschläge neben sich einschlagen sah. Im Halbfinale gegen UiTM dann das übliche Bild, wenn es gegen hochklassige asiatische Teams geht. Oft geriet die Annahme daneben und wenn sie doch mal erreicht wurde, war die Absprache im neu zusammengewürfelten Team nicht optimal. Eigene Top-Aufschläge wurden hingegen häufiger entschärft. 0:2 nach Sätzen ging das Spiel verloren, der dritte Platz im Anschluss in Absprache mit Chandik SC geteilt. Wie hoch das Niveau bei diesem Turnier war, zeigte vor allem, dass es bereits im Viertelfinale zu einem vorweggenommenen Endspiel zwischen Chandik SC und MAS A kam – in vielen Augen das beste Spiel des Turniers, mit langen Ballwechseln und einem glücklicheren Sieger Chandik SC, die den finalen Satz 25:23 für sich entschied. Im Endspiel standen dennoch zwei andere Teams: UPM setzte sich knapp gegen die Titelverteidiger von UiTM durch.

Doppel
Im Doppel-Viertelfinale war dann für DSTV 2 gegen UPM Schluss. Das hochtalentierte Team ließ danach auch Amran und Simon im Halbfinale keine Chance, die eine Runde zuvor ordentlich Kraft gelassen hatten bei gefeierten Siegen gegen ein MAS Airlines Team um Paan Ezra. UiTM schaffte es schließlich, zumindest in dieser Disziplin den Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen, erneut gegen UPM. Den dritten Rang teilten sich DSTV 1 und London Takraw.

Die europäischen Teams konnten vor allem im Doppel zeigen, dass sie ernstzunehmende Konkurrenz für asiatische Teams sind und zudem im Regu wertvolle Erfahrungen sammeln, ohne den weiten Weg nach Asien antreten zu müssen.

Bilder zu dem Event gibt es hier